DENIM... aus Nîmes?

Von Twill zu Denim

Nîmes war zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert eine wichtige Manufakturstadt, die Woll- und Seidenstoffe herstellte, die in die ganze Welt exportiert wurden.

Einer dieser Stoffe, der sogenannte "Serge de Nîmes", scheint einer der Vorfahren von Denim zu sein, einem besonders weltberühmten Stoff, da er für die Herstellung von Jeans verwendet wird.

Denim ist ein Stoff aus Baumwolle, der nach einem bestimmten Webprinzip, dem sogenannten Köper, hergestellt wird. Es gibt viele verschiedene Köperarten, aber die Besonderheit von Denim liegt in der diagonalen Webart, die aus rohen und oberflächlich mit Indigo gefärbten Garnen hergestellt wird. Dadurch erhält er eine weiße und eine blaue Seite mit einer allmählichen Verwaschung.

Der Stoff wurde durch zwei Männer berühmt: David Jacob und Levi Strauss, die sich Ende des 19. Jahrhunderts zusammenschlossen, um für Bergleute, Goldsucher oder Eisenbahnarbeiter sehr robuste Hosen, sogenannte Jeans, herzustellen. Der Name entstand durch die Verkürzung des englischen Ausdrucks "a pair of jeans" für Hosen. Das Wort Jeans ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff Jeans, der für einen Stoff aus einfarbigem Twill verwendet wird.

Die Stadt Genua in Italien war einst ein großer Produzent und Exporteur von unifarbenen Köperstoffen und soll der Ursprung des Wortes Jeans sein.

Jahrhundert besonders für die Qualität seiner Stoffe bekannt war, zu denen auch der aus Wolle und/oder Seide gesponnene "Serge de Nîmes" gehörte. Denim und Serge ähneln sich durch ihren Namen, ihr Webprinzip und die Verwendung von zweifarbigen Garnen.

Die Blue Jeans, die ursprünglich als robuste und erschwingliche Arbeitskleidung gedacht war, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem unverzichtbaren Bestandteil der amerikanischen Garderobe. Der Erfolg der Bluejeans überquerte schnell den Atlantik und wurde auch in Europa zu einem kulturellen Symbol, vor allem durch das Image des Films.

Das Musée du Vieux Nîmes ehrt diesen emblematischen Stoff mit einer einzigartigen Textilsammlung. Zwischen lokalem Know-how, textilen Innovationen und industriellem Erbe lädt das Museum Sie dazu ein, die spannende Geschichte dieses universell einsetzbaren Stoffes zu entdecken. Ein unumgänglicher Besuch, um zu verstehen, wie Nîmes im Laufe der Jahrhunderte seinen Platz in der Geschichte der weltweiten Textilindustrie eingewoben hat.

Denim made in Nîmes

 

Die " Ateliers de Nîmes " haben sich einer etwas verrückten Herausforderung gestellt: Sie wollen in Nîmes Denim weben, um echte Denim-Jeans aus Nîmes herzustellen!

Das 2014 gegründete Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die berühmte "Serge de Nîmes", den Stoff, aus dem das Wort "Denim" entstand, lokal nachzubilden.

Das Abenteuer beginnt mit der Herstellung von Jeans in Nîmes, wobei importierte Stoffe verwendet werden, um den Bekanntheitsgrad der Marke aufzubauen. Angetrieben von einer gemeinsamen Leidenschaft für Denim und einem tiefen Respekt für handwerkliches Können, investieren die Gründer in Webstühle und bilden sich in traditionellen Webtechniken weiter. Dies führte 2020 zur Herstellung der ersten Denim-Stoffe, die vollständig in Nîmes gewebt wurden, und markierte damit die Rückkehr dieser Produktion in ihre historische Wiege.

 

Die Ateliers de Nîmes engagieren sich auch für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Produktion. Sie bevorzugen die Verwendung von Garnen aus Bio-Baumwolle, beziehen diese von französischen Spinnereien und wenden wassersparende Webverfahren an, bei denen auf die traditionelle Schlichte verzichtet wird. Dieser handwerkliche und umweltfreundliche Ansatz ermöglicht die Herstellung von hochwertigen Jeans und trägt gleichzeitig zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen bei.

Durch die Wiedereinführung der Denimherstellung in Nîmes führen Les Ateliers de Nîmes ein textiles Erbe fort, das tief in der Geschichte der Stadt verwurzelt ist, und tragen aktiv zur Wiederbelebung der lokalen Industrie bei, wobei sie authentische und nachhaltige Produkte anbieten.